Dein Atem geht flach, Dein Puls rast, Deine Hände werden abwechselnd schwitzig oder kalt, langsam steigt Dir die Röte ins Gesicht und plötzlich der Aufruf: Du bist der / die nächste auf der Bühne. Kennst Du solche Ausdrücke von Nervosität? Sie erwischen Dich in den ungünstigsten Momenten und sorgen dafür, dass Deine Stimme nicht so will wie Du oder Dein Kopf von jetzt auf gleich das Denken aussetzt.

Gegen jedes dieser Symptome gibt es entsprechende Maßnahmen, die Dir helfen können, diesmal geht es jedoch um die Bekämpfung der Ursache: Deiner Nervosität. Es gibt viele Ansätze, um seine innere Ruhe vor der Präsentation oder dem Vortrag wiederzufinden, die meisten davon sind kurzfristig und kommen unmittelbar vor Deinem Auftritt zum Einsatz. Unsere Lösung ist langfristiger gedacht und setzt viel weiter vorne an – denn wir sind der Überzeugung, Übung ist die beste Medizin gegen Nervosität. Wie Du am besten Deine Präsentation übst und warum das so wichtig ist, erfährst Du in diesem Beitrag.

Warum das Üben Deiner Präsentation wichtig ist

Fachwissen zu haben und Fachwissen vermitteln zu können, sind zwei Paar Schuhe. Wenn Du einen Vortrag oder eine Präsentation halten sollst, wird bereits vorausgesetzt, dass Du das entsprechende Wissen dazu hast und dass Du der Experte darin bist. Um dieses Fachwissen auch an Dein Publikum vermitteln zu können, bedarf es also neben der inhaltlichen und didaktischen Vorbereitung (siehe auch Vorbereitung ist alles) die Übung Deiner Präsentation. Je häufiger Du das, was Du sagen möchtest, im Vorhinein übst, desto sicherer wirst Du in Deiner Vortragsweise – das Expertenwissen ist ja schon längst in dir drin, es geht nur darum, wie Du es rüber bringst. Und je besser Du weißt, was Du sagen möchtest, desto weniger kann Dich ein Blackout, ein Abschweifen vom Thema, ein Störfaktor aus dem Publikum oder schlichtweg Deine Nervosität aus der Rolle bringen. Nur, wenn Du das Thema zu 100 % beherrschst (das kannst Du, davon gehen wir aus!) und Dir über den Ablauf und die Inhalte Deiner Präsentation völlig im Klaren bist, trittst Du mit einer Sicherheit auf die Bühne, dass nichts und niemand Dir etwas anhaben kann. Warum dann also noch nervös sein?

Wie Du Deine Präsentation wirkungsvoll übst

Um diese komplette Sicherheit zu erlangen, braucht es, wie bereits erwähnt, Übung – immer und immer wieder, bis Du Deine Präsentation quasi im Schlaf kennst. Idealerweise hast Du jemanden, mit dem Du Deine Präsentation üben kannst und der Dir Feedback gibt. Auch für das Üben alleine gibt es Möglichkeiten.

Inhaltliche Übung

Gehe Deine Präsentation mehrfach im Kopf durch. Was ist das Lernziel jedes Abschnitts? Was soll am Ende bei Deinen Zuhörern hängen bleiben? Überlege Dir auch, wie Du die Übergänge zwischen den Abschnitten gestalten und formulieren kannst. Welcher Gedanke verbindet die Abschnitte? Rufe Dir diese Gedanken immer wieder aufs Neue ins Gedächtnis, um die Gefahr von Blackouts –  insbesondere bei ganz freien Vorträgen ohne Visualisierung – zu minimieren. Außerdem empfehlen wir Dir Stichwortkarten zu machen, am besten im Postkarten-Format. Der Vorteil davon ist, dass Du diese mit einer Hand halten, schnell beiseite legen und auch wieder aufnehmen kannst. Im Unterschied zu Stichwortzetteln aus dünnem Papier wird über die festeren Karten Deine Nervosität nicht so sichtbar.

Übung alleine

Wenn Du Dir Deine Inhalte entsprechend anhand der Notizen oder Visualisierungen (PowerPoint, Flipchart o.Ä.) eingeprägt hast, stelle Dich vor einen Spiegel und trage Dir Deine Präsentation selbst vor. Achte dabei auch auf Deinen Stand, Deine Gestik und Mimik. Ist all das so, wie Du wirken möchtest? Lass Dich jedoch nicht zu sehr davon ablenken. Auch diese Art der Übung kannst du vielfach wiederholen bis Du Dich richtig sicher fühlst. Wenn Du die Möglichkeit dazu hast, nimm Dich zusätzlich auf Video auf. Das hat den Vorteil, dass Du hinterher aus der Außenperspektive bewerten kannst, ob Deine Inhalte und Übergänge stimmig sind, an welchen Stellen es noch hakt oder wo Du Deinen Stand und Deine körperliche Wirkung noch verbessern möchtest.

Übung vor anderen

Idealerweise suchst Du Dir zusätzlich einen Kollegen, Bekannten, Freund oder Freundin, dem Du Deine Präsentation zu Übungszwecken vorträgst. Im Unterschied zum Vortrag vor Dir selbst kann es sein, dass Du vor einem Zuhörer schon ein bisschen Nervosität verspürst und du annähernd unter Realbedingungen üben kannst – insbesondere wenn der- oder diejenige zu Deinem Zielpublikum passt. Trage auch hier Deine Präsentation mehrfach vor und ermögliche Deinem Zuhörer nach jeder Runde Feedback zu geben und Fragen zu stellen. Greife das Feedback auf und arbeite es in die nächste Version Deines Vortrags ein.

 

Am Ende solltest Du Deine Präsentation so oft geübt haben, dass Du Dir wirklich sicher bist darin, was Du auf der Bühne oder auch im Meeting sagen wirst. Und weil Du Dir dessen so bewusst bist und auf alles vorbereitet bist, kannst Du voller Selbstbewusstsein (=sich seiner selbst bewusst sein) auftreten und Dich durch nichts aus der Ruhe bringen lassen. Du wirst merken, dass Deine Nervosität Dich nicht mehr in Deiner Präsentation beeinträchtigt und Du ein Heilmittel dagegen gefunden hast: Übung. Und nun viel Freude und Erfolg beim Üben!

Vorbereitung ist alles - beim Präsentieren wie beim Laufen

Wenn Du Sportler bist, kennst Du das sicherlich: Um ein Spiel, eine Übung oder einen Lauf so richtig gut abzuschließen, bedarf es einer Menge an Vorbereitung. Das Training der einzelnen Elemente, beim Lauf etwa den perfekten Start, macht rund 99% deiner gesamten Leistung aus. Klar, im Wettkampf selbst zeigt sich dann endlich, was Du alles kannst – aber Deine Performance in diesem kurzen Moment hängt ganz entscheidend von der vorigen Vorbereitungs- und Trainingsphase ab.

Was das mit einer Präsentation zu tun hat, fragst Du Dich? Nun, letztlich ist es beim Präsentieren nicht anders als beim Laufen: Die Vorbereitung der Präsentation entscheidet über Deinen Erfolg. Um Dich für Deine Präsentation optimal vorzubereiten, solltest Du Dir über ein paar Punkte Gedanken machen:

1. Wen und was möchte ich mit meiner Präsentation erreichen?

Überlege Dir, was das Lernziel Deiner Präsentation ist. Was soll Dein Publikum danach verstanden haben und tun? Hierbei spielt auch eine Rolle, wer zu Deinem Publikum zählt. Eine Präsentation an Fachleute Deines Themas unterscheidet sich deutlich von einem Vortrag an Laien. Um mit Deinem Anliegen möglichst gut bei den Menschen im Gedächtnis zu bleiben, solltest Du Deine Ansprache auf sie ausrichten.

2. Mach Dir Deine Einstellung bewusst.

Wie stehst Du zu dem Thema und dem erwarteten Publikum? Wie ist Dein Wissensstand zur Thematik? Was erwartest und befürchtest Du? Wenn Du erfolgreich präsentieren möchtest, muss auch Deine Einstellung zu Dir selbst stimmen. Mache Dich Deiner Vorteile, aber auch Ängste bewusst, und versuche, mit einer rundum positiven Einstellung in Deine Präsentation zu starten.

3. Wie sind die zeitlichen und räumlichen Rahmenbedingungen?

Damit Du weißt, wie das Timing von Deiner Präsentation sein muss, solltest Du im Vorfeld klären (oder Du bekommst es direkt mitgeteilt), wie viel Zeit Du zur Verfügung hast. Mache Dir außerdem ein möglichst genaues Bild von den Räumlichkeiten und der technischen Ausstattung. Gibt es bereits einen Laptop vor Ort, wenn Du PowerPoint verwenden willst? Wie viele Flipcharts werden vorhanden sein? Wichtig ist auch, am Tag Deiner Präsentation frühzeitig die Technik zu testen, damit Du sichergehen kannst, dass auch wirklich alles klappen wird. Das nimmt Dir einen großen Teil Deiner Aufregung weg.

4. Was benötige ich für meine Präsentation?

Neben den technischen Voraussetzungen gibt es vielleicht andere Materialien, die Du im Vortrag brauchst. Möchtest Du Deinem Publikum Unterlagen oder Informationen austeilen? Benötigst Du Moderationskarten, die Präsentation auf einem Stick oder Schaustücke zu Demonstrationszwecken? Bereite all diese Utensilien rechtzeitig vor, damit Du sichergehen kannst, dass Dir wirklich nichts fehlt. Übrigens lassen sich auch Flipcharts wunderbar vorher vorbereiten. Überlege Dir gut, was Du wann während Deiner Präsentation schreiben / zeichnen / zeigen möchtest.

5. Üben, üben, üben.

Mit den ganzen Vorüberlegungen haben wir gerade mal die Technik hinter Deinem Wettkampf-Lauf abgedeckt. Das ist natürlich wichtig, damit Du über jede Deiner Bewegungen bewusst Bescheid weißt. Allerdings schaffst Du alleine mit der Technik oder Theorie im Kopf noch keinen erfolgreichen Zieleinlauf. Daher ist  mindestens genauso entscheidend, dass Du vorher den Lauf selbst immer und immer wieder trainierst. Und so ist es auch bei Deiner Präsentation: Du hast Dein Zeitfenster, Du kennst Deine Inhalte und hast in etwa eine Vorstellung davon, wie Dein Publikum aussehen könnte – jetzt kann es ans Üben gehen. Denn je sicherer Du in dem bist, was und wie Du präsentierst, desto weniger kann Dich eine unerwartete Situation nachher auf der Bühne aus der Konzentration bringen.

Wenn Du diese Punkte beherzigst, werden Deine nächsten Präsentationen ein Klacks. Denn Du weißt ja – wie beim Lauf – die Vorbereitung ist alles. Damit Du auch wirklich keinen Schritt übersiehst, haben wir für Dich eine Checkliste vorbereitet, auf der die genannten Punkte nochmal im Detail aufgeführt sind. Die Checkliste hilft Dir, an alles zu denken und Deine Überlegungen aufzuschreiben. So hast Du sie auch unmittelbar vor Deiner Präsentation vor Augen und kannst sie nochmal durchgehen. Denn das ist der Unterschied zum Lauf: Spickzettel funktionieren für Präsentationen besser. 😉

 

Lade hier Deine umfassende Checkliste zur optimalen Vorbereitung Deiner Präsentation herunter:

 




 

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